Allgemeine Reiseinfos

Die Republik Peru ist das drittgrößte Land in Südamerika und kann geografisch in drei Teile gegliedert werden: Entlang der 2.300 km langen Pazifikküste (Costa), die 11 % des Landes einnimmt, erstreckt sich ein 10-80 km breiter Wüstenstreifen, der von fruchtbaren Flussoasen unterbrochen wird. Die Sierra, das zentrale Bergland, spaltet sich in mehrere in Nord-Süd-Richtung verlaufende Gebirgsketten auf, die Höhen bis über 6.500 m erreichen. Das Amazonastiefland stellt rund 60 % der gesamten Landesfläche, ist jedoch nur sehr dünn besiedelt.

Peru grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien und im Süden an Bolivien und Chile. Das Land liegt südlich des Äquators in den Tropen.

Klima & Reisezeit:

Man unterscheidet nur zwei Jahreszeiten. Als Sommer bezeichnet man die Zeit zwischen Dezember und April, wenn an der Küste intensive Sonneneinstrahlung Luft und Wasser erwärmt und Tagestemperaturen von über 40 Grad keine Seltenheit sind. Im Winter von Mai bis November hingegen bedeckt zumindest vormittags ein zäher Hochnebel den Himmel und sorgt für etwas Abkühlung. An der Küste löst im Sommer strahlend blauer Himmel den Winternebel ab und erwärmt Luft und Wasser. Deshalb ist für die Peruaner von Januar bis März Badezeit.

In den Anden erreichen im Winter die Tagestemperaturen in Lagen zwischen 2.500 und 3.500 m bei wolkenlosem Himmel um die 20 Grad, nachts fällt die Temperatur jedoch meist unter null. Das ganze Jahr herrscht hier eine extrem hohe UV-Strahlung. In den Nordanden kommt es in den Hochlagen das ganze Jahr über zu Regenfällen, in den Südanden dagegen konzentrieren sich die Niederschläge auf die Monate Dezember bis März.

Im Amazonastiefland und in der Ostandenregion fällt von Januar bis April der größte Teil des Jahresniederschlags, mit ausgiebigen Schauern ist ganzjährig zu rechnen. Hier herrscht eine gleichmäßige Jahresdurchschnittstemperatur von 25 Grad.

Hochsaison ist der örtliche Winter (also das europäische Sommerhalbjahr) von Mitte Mai bis Anfang September. In dieser Zeit ist im Hochland mit geringen Niederschlägen zu rechnen, tagsüber ist es meist sonnig und warm – also ideal zum Bergwandern. Allerdings herrscht von Juni bis August vor allem in Peru Massenbetrieb und die Hotels sind teils auf Monate ausgebucht. An der peruanischen Küste sind die Temperaturen durchaus erträglich, in manchen Städten (Lima) herrscht oft Nebel und Nieselregen. Während des Sommers (Dezember – März) kann man ebenfalls reisen, auch wenn es im Bergland eher regnet. Allerdings sind abgelegene Bergorte in dieser Zeit oft schwer zu erreichen. Ein Tipp für Kenner ist die Zwischensaison von Mitte September bis Mitte Dezember bzw. von Mitte März bis Mitte Mai: weniger Touristen, günstigere Preise und meist schönes Wetter.

Einreise:

Für Bürger der EU und der Schweiz genügt zur Einreise nach Peru und Bolivien ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate ab Einreisedatum gültig sein muss. Ein Visum ist nicht nötig. Bei der Einreise ist ein Einreiseformular (tarjeta de embarque) auszufüllen, der Durchschlag wird bei der Ausreise kontrolliert, diesen also unbedingt aufbewahren! Die gewünschte Aufenthaltsdauer (bis 90 Tage) muss man bei der Einreise angeben, kann aber in Lima bzw. La Paz verlängert werden.

Gesundheit:


Impfungen sind in Peru nicht vorgeschrieben. Nur wenn Sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen, müssen Sie diese Impfung vorweisen. Diese Gelbfieberimpfung und auch eine Malaria-Prophylaxe werden auf jeden Fall für die Regenwaldgebiete empfohlen. Um Durchfall vorzubeugen, sollte man auf den Verzehr von ungeschältem Obst, Salaten, Eiswürfel und Speisen auf den Märkten verzichten. Ein guter Sonnenschutz ist in ganz Peru notwendig.

In die Reiseapotheke gehören neben den persönlichen Medikamenten und Verbandsmaterial auch Mittel gegen Durchfall, Erkältung, Mückenstiche, Sonnenbrand und Kopfschmerzen.

Nicht zu unterschätzen sind die Auswirkungen der ungewohnten Höhe im Bergland. Ein Aufenthalt in Höhen über 3.000 m (z.B. Cusco, La Paz, Titicacasee) verursacht bei den meisten Reisenden zunächst Schwindelgefühle und Mattigkeit. Körperliche Anstrengungen, schweres Essen, Rauchen und Alkohol sollen unbedingt vermieden werden. Ein Mate-de-Coca-Tee und Glukosetabletten (Coramina) versprechen Linderung. Falls Atemnot, starke Kopfschmerzen, Erbrechen und ähnliche Symptome hinzukommen, sind dies Anzeichen der lebensgefährlichen Höhenkrankheit (soroche). Ein Arzt sollte benachrichtigt werden. Im Zweifelsfall muss der Erkrankte in eine niedrigere Höhenlage gebracht werden. Zur Vorbeugung sollte man sich langsam an die Höhe gewöhnen, indem man z.B. auf dem Weg nach Cusco einen Zwischenaufenthalt in Arequipa oder Ayacucho einlegt.

Sicherheit:


Taschendiebe finden sich überall, wo viele Menschen sind (Bahnhöfe, Märkte). Blitzschnell werden Taschen oder Rucksäcke mit Rasierklingen aufgeschlitzt, während der Reisende abgelenkt wird. Beliebt ist auch der Trick, das Opfer „versehentlich“ mit Eis oder Senf zu beschmieren und so abzulenken. Am besten lassen Sie die Wertsachen im Hotelsafe und tragen unterwegs die Tasche vor dem Bauch. Besonders aktiv sind diese Trickdiebe im peruanischen Lima und Cusco. Eine eigene Touristenpolizei sorgt hier für Ordnung. Auf jeden Fall vor der Abreise Reisepass, Tickets etc. kopieren, Kreditkartennummer notieren und jeweils getrennt von den Dokumenten aufbewahren.

Verkehrsmittel:

Ein dichtes Netz von Buslinien verbindet alle größeren Orte in Peru, wobei die Qualität der Fahrzeuge schwankt. Dafür sind sie jedoch sehr günstig. In den größeren Städten gibt es zentrale Busbahnhöfe „terminal terrestre“. Ansonsten muss man sich vorher entscheiden, mit welcher Busgesellschaft man reisen möchte, um zur Abfahrtsstelle zu kommen. Über komfortable Fernreisebusse verfügen z.B. Ormeno, Cruz del Sur oder auch Flores. Die Preise sind hier etwas höher. Dafür sind die Busse komfortabler und das Gepäck ist sicher untergebracht. Manche Strecken werden auch nachts befahren mit entsprechender Schlafbestuhlung.

Zugverbindung gibt es leider nicht mehr sehr viele und diese werden in Peru von PeruRail zu relativ hohen Preisen bedient, da PeruRail darauf das Monopol hat. Es sind dies die Strecken von Puno nach Cusco (oder umgekehrt) und die Züge nach Machu Picchu. Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt mit der Schmalspurbahn von Huancayo nach Huancavelica. In Bolivien gibt es zwei Hauptrouten per Bahn. Die westliche Route verbindet Argentinien mit dem Westen Boliviens. Die östliche Strecke verbindet Brasilien und Argentinien mit Bolivien.

Schiffe sind meist die einzige Fortbewegungsmöglichkeit im Amazonasgebiet. Große und kleine Flussdampfer verkehren zwischen den Orten. Auf dem Titicacasee beschränkt sich der Verkehr auf Fahrten zu den vorgelagerten Inseln.

Das Flugzeug ist die schnellste und oft einzige realistische Verbindung zu weiter entfernten Städten. Von den Drehkreuzen Lima, La Paz und Sta. Cruz aus gibt es zahlreiche Verbindungen in alle Landesteile. Empfehlenswerte Fluglinien sind die LAN Peru und TACA.

Ein Mietwagen macht Sie während der Reise unabhängig. Die wichtigsten Verkehrsverbindungen in Peru sind zwischenzeitlich alle geteert, so dass hier auch kein Allrad-Fahrzeug notwendig ist. In Bolivien sind nur ca. 10 % der Straßen geteert. Das Fahren ist außerhalb der Städte auch kein Problem, jedoch in den Städten etwas gewöhnungsbedürftig. Es gibt zwar auch Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbeschränkungen, aber die Einheimischen halten sich nicht so recht daran. Eine defensive Fahrweise ist also ratsam, zumal man immer wieder mit Polizeikontrollen rechnen muss.

Verpflegung:


Bei fast allen Übernachtungen ist Frühstück eingeschlossen. Restaurants für Mittag- und Abendessen gibt es in jeder Preisklasse, doch gutes Essen muss nicht teuer sein. Ein günstiges Gericht wird meist als „plato del dia“ angeboten. An der Küste Perus dominieren Fischgerichte und Meeresfrüchte, in den Bergen Fleisch-, Gemüse- und Getreidespeisen. Neben Bier und Wein aus eigener Produktion gilt in Peru der Traubenschnaps Pisco als Nationalgetränk. 

Sprache:


Landessprache ist Spanisch, die Quechua und Aymara sprechenden Indigenas stellen einen Großteil Bevölkerung. Bei allen touristischen Einrichtungen (Autovermieter, Hotels, Restaurants etc.) wird in der Regel englisch gesprochen, ein Kontakt zu Einheimischen kommt aber meist nur mit spanischen Sprachkenntnissen zu Stande. Sprachführer „Spanisch für Südamerika“ und „Quechua für Peru“ siehe unter Reiseliteratur.

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